Der Sommer, in dem ich eigentlich entspannen wollte …
Ehrlich? Früher dachte ich immer, die Sommerzeit müssten die schönste Zeit des Jahres sein.
Kein Schulstress. Keine Termine. Keine Hektik. Zumindest in meiner Vorstellung. Die Realität sah allerdings etwas anders aus. Statt entspannt im Garten zu sitzen, jonglierte ich zwischen Wäschebergen, Ausflugsplanung, Einkäufen, Kinderbespaßung, Haushalt, Familienbesuchen und dem Versuch, nebenbei noch ein bisschen Zeit für mich zu finden.
Spoiler:
Das hat nicht funktioniert. Ich erinnere mich noch genau an einen Abend. Meine Tochter war endlich im Bett, das Haus war ruhig und ich saß auf dem Sofa. Eigentlich hätte ich entspannen können. Stattdessen dachte ich darüber nach, welche Snacks ich für den nächsten Ausflug besorgen muss, ob ich noch Sonnencreme kaufen muss, wann der nächste Kinderarzttermin ist und ob ich eigentlich schon an die Geburtstagsgeschenke für die kommenden Wochen gedacht habe.
Oh mein Gott. Mein Körper war auf dem Sofa. Mein Kopf organisierte bereits die nächsten drei Tage. Und genau da wurde mir etwas klar: Die Sommerferien sind für viele Mamas keine Erholungszeit. Sie sind Hochsaison für Mental Load. Und darüber sprechen viel zu wenige.
Warum Sommerferien für Mamas oft anstrengender sind als der Alltag
Von außen wirken Sommerferien oft wie eine entspannte Bilderbuchzeit. Picknickdecken. Eis essen. Planschbecken. Strahlende Kinder.
Doch hinter den Kulissen läuft häufig etwas ganz anderes ab. Denn während Schule, Kindergarten oder Betreuung pausieren, verschwinden die Aufgaben nicht.
Sie landen einfach bei Mama. Plötzlich müssen zusätzliche Fragen beantwortet werden:
- Was machen wir heute?
- Wer betreut die Kinder?
- Was essen wir?
- Wann fahren wir wohin?
- Welche Sachen müssen eingepackt werden?
- Wer denkt an Sonnenhut, Trinkflasche und Wechselkleidung?
Kleine Entscheidungen?
Ja. Aber hunderte davon jeden Tag. Und genau daraus entsteht Mental Load.
Was Mental Load wirklich bedeutet
Mental Load bedeutet die unsichtbare Organisationsarbeit im Kopf. Es geht nicht nur darum, Dinge zu erledigen. Es geht darum, ständig an alles denken zu müssen. Viele Mamas tragen diese Verantwortung rund um die Uhr. Selbst dann, wenn sie scheinbar gerade Pause machen.
Das Nervensystem bekommt dadurch kaum Gelegenheit herunterzufahren. Der Körper sitzt auf der Liege. Der Kopf arbeitet weiter.
Und genau deshalb fühlen sich viele Frauen trotz Urlaub erschöpft.
WTF-Fakt: Erholung funktioniert nur, wenn dein Gehirn abschalten darf
Das glaubt mir keiner: Unser Gehirn verbraucht rund 20 Prozent der gesamten Körperenergie. Auch dann, wenn wir scheinbar nur dasitzen.
Wenn dein Kopf permanent organisiert, plant und Probleme löst, läuft dein Stresssystem weiter. Du fühlst dich deshalb oft müde, obwohl du eigentlich gar nichts gemacht hast. Zumindest nichts Sichtbares.
Warum Achtsamkeit und Nervensystemregulation gerade in den Ferien so wichtig sind
Viele Frauen glauben, sie müssten die Ferien perfekt gestalten. Jeder Tag soll besonders sein. Die Kinder sollen glücklich sein. Niemand soll sich langweilen. Das Essen soll gesund sein. Der Haushalt soll laufen. Und ganz nebenbei möchte man selbst auch noch entspannt bleiben.
Merkst du das Problem? Perfektion erzeugt Druck. Druck erzeugt Stress. Stress verhindert Wohlbefinden. Achtsamkeit bedeutet dagegen:
Wahrzunehmen, was gerade da ist. Ohne ständig etwas optimieren zu müssen. Für mich war das eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt.
Die typischen Anzeichen von Ferienstress
Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder:
Du bist ständig müde
Obwohl Ferien sind. Obwohl du eigentlich mehr schlafen könntest. Dein Nervensystem arbeitet im Hintergrund auf Hochtouren.
Du bist schneller gereizt
Die umgekippte Wasserflasche. Das Geschwisterstreit-Thema zum zehnten Mal. Der Partner, der fragt, was es zum Abendessen gibt.
Und plötzlich explodierst du. Nicht weil du eine schlechte Mutter bist. Sondern weil dein Akku leer ist.
Du kannst abends nicht abschalten
Sobald Ruhe einkehrt, startet das Gedankenkarussell. Ferienplanung. To-do-Liste. Einkäufe. Termine.
Der Kopf arbeitet weiter.
Du fühlst dich ständig verantwortlich
Für alles. Für jeden. Für jede Stimmung. Für jede Aktivität. Für jedes Problem. Und genau das macht auf Dauer krank.
Meine persönliche Erkenntnis als Mama
Früher dachte ich immer:
Wenn die Kinder glücklich sind, dann bin ich automatisch auch glücklich. Heute sehe ich das anders. Denn wenn ich komplett erschöpft bin, kann ich weder geduldig noch präsent sein. Achtsamkeit und Wohlbefinden beginnen deshalb nicht bei den Kindern.
Sie beginnen bei uns selbst. Und das war für mich ein echter Gamechanger.

7 Dinge, die in den Sommerferien wirklich helfen können
1. Weniger planen
Nicht jeder Tag braucht ein Highlight.
Manchmal reicht ein Eis auf der Terrasse.
2. Langsamer starten
Kein sofortiger Blick aufs Handy.
Keine To-do-Liste direkt nach dem Aufstehen.
Erst ankommen.
3. Bewusst atmen
Drei tiefe Atemzüge.
Mehr braucht es oft gar nicht.
4. Perfektion loslassen
Das Wohnzimmer darf unordentlich sein.
Wirklich.
5. Täglich kleine Ruheinseln schaffen
Fünf Minuten zählen.
Zehn Minuten zählen.
Alles zählt.
6. Hilfe annehmen
Du musst nicht alles alleine schaffen.
7. Verbindung statt Perfektion
Kinder erinnern sich selten an perfekt geplante Ausflüge.
Aber sie erinnern sich daran, wie sie sich mit dir gefühlt haben.
Wenn Schlaf zum Problem wird
Viele Mamas berichten mir, dass sie in den Ferien sogar schlechter schlafen. Das klingt zunächst paradox. Ist aber logisch. Je höher die mentale Belastung, desto aktiver bleibt das Nervensystem. Genau deshalb arbeite ich aktuell an meinem Audioschlafkurs für gestresste Frauen und Mamas.
Mit geführten Entspannungen, Atemübungen und Audios, die deinem Nervensystem helfen, endlich herunterzufahren.
Warum Meditation keine Zeitverschwendung ist
Oh mein Gott. Wie oft habe ich früher gesagt: „Für Meditation habe ich keine Zeit.“ Heute weiß ich:
Gerade deshalb hätte ich sie gebraucht.
Schon wenige Minuten täglich können helfen:
- Stress abzubauen
- den Schlaf zu verbessern
- das Nervensystem zu beruhigen
- mehr Wohlbefinden zu erleben
- emotionale Stabilität aufzubauen
Meine geführten Meditationen sind deshalb bewusst alltagstauglich gestaltet.
Ohne stundenlanges Sitzen. Ohne komplizierte Techniken. Einfach machbar.
Du musst das nicht alleine schaffen
Einen Ort, an dem Frauen ehrlich sagen dürfen: „Ich bin gerade erschöpft.“ „Ohne Maske.“ „Ohne Bewertung.“ „Ohne Perfektion.“
Denn manchmal ist Verständnis die beste Medizin.
Häufige Fragen zum Ferienstress
Warum bin ich in den Ferien erschöpfter als im Alltag?
Weil Betreuung, Planung und Organisation oft zusätzlich bei dir landen und dein Nervensystem kaum Erholung bekommt.
Kann Achtsamkeit wirklich helfen?
Ja. Studien zeigen, dass Achtsamkeitsübungen Stress reduzieren, die Schlafqualität verbessern und das emotionale Wohlbefinden stärken können.
Wie viel Zeit brauche ich täglich?
Schon 5 bis 10 Minuten können einen Unterschied machen.
Sind Meditationen auch für Anfänger geeignet?
Absolut. Gerade geführte Meditationen sind ideal für den Einstieg.
Wo finde ich Unterstützung?
In meiner Telegram-Community findest du Austausch, Verständnis und praktische Impulse für mehr Leichtigkeit im Alltag.
Mein Fazit
Wenn du dich in den Sommerferien manchmal überfordert fühlst, dann bedeutet das nicht, dass du versagt hast. Es bedeutet auch nicht, dass du undankbar bist. Es bedeutet einfach, dass du ein Mensch bist. Eine Mama. Eine Frau. Jemand, der jeden Tag unglaublich viel trägt.
Achtsamkeit und Wohlbefinden entstehen nicht durch perfekte Ferien. Sie entstehen durch kleine Momente, in denen du wieder bei dir ankommst.
Atemzug für Atemzug. Schritt für Schritt. Und wenn du heute nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Du musst nicht alles schaffen.
Du darfst auch einfach mal sein. Und genau dort beginnt oft die größte Veränderung. Das glaubt mir keiner.
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